Bekannte Schwachstellen Elise S2 Rover

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Im englischen Sprachraum bekommt man auf die Frage: "Meine Elise macht [beliebiges Problem]. Ist das normal?" häufig die Antwort: "TADTS". Das bedeutet "They all do that, Sir" und heißt soviel wie, das ist eine bekannte Schwachstelle oder Eigenart des Autos. Diese Seite listet diese bekannten Schwachstellen auf und gibt Hinweise, ob und wie man diese beheben kann.


HGF

Der Rover K gilt als anfällig für defekte Zylinderkopfdichtungen (HGF). Dies kann z. B. durch Nachrüstung einer MLS-Zylinderkopfdichtung und weiter Modifikationen (z. B. PRRT - siehe HGF) auf ein normales Maß reduziert werden.
Besonders anfällig sind die Motoren Baujahr 1996 bis 1998. Es ist nicht bekannt, ob es nach 2001 wieder zu einem Anstieg der Häufigkeit gekommen ist, wie manche behaupten. Insgesamt ist bei der Elise S2 die Anfälligkeit für HGF geringer als für die Elise S1. Statistische Daten gibt es aber leider nicht. Es ist auch nicht bekannt, ob die Zylinderkopfdichtung bei der Elise S2 wirklich eine Schwachstelle ist und häufiger kaputt geht, als bei vergleichbaren Sportwagen (z. B. kommen defekte Zylinderkopfdichtungen beim BMW Z3, Porsche Boxster und Mazda MX-5 auch gelegentlich vor). Es schadet aber auf keine Fall, die oben genannten Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen.

Kühler und Kühlung im Leerlauf

Serien-Kühler einer Elise S1 mit Kunststoffwangen

Der ab Serie verbaute Kühler wird mit dem Alter gelegentlich undicht. Grund dafür sind die seitlichen Kühlerwangen aus Kunststoff. Neue Kühler, am besten (Voll-)Aluminiumkühler ohne Kuststoffwangen, bekommt man von zahlreichen Händlern.

Wenn der Motor längere Zeit bei niedrigen Drehzahlen (unter 2000 U/min, z. B. im Stau) läuft, kann bei hohen Außentemperaturen das Kühlwasser überkochen. Abhilfe schafft ein dickerer Kühler (z. B. 42 oder 45 mm statt 32 mm wie original), das PRR-Thermostat mit 82 °C und eine elektrische Zusatzwasserpumpe.

Geräusche

Die Elise besitzt weniger Schalldämmung wie man sie von anderen Autos kennt. Wer noch nie eine Elise gefahren hat, nimmt für die Probefahrt beim Kauf am besten jemanden mit, der die "normalen" von den "bedenklichen" Geräuschen unterscheiden kann. Mögliche Ursachen für bedenkliche Geräusche können verschlissene/defekte Fahrwerksbuchsen, Kugelgelenke, Stoßdämpfer, Radlager oder Bremsscheiben sein.

Typische Geräuschquellen:

  • das Relais des EECS (Kraftstoffdampffilter-Behälter) klackt häufig (je nach Drehzahl und Temperatur des Kühlwassers)
  • Bremsen - Klopfen mit Frequenz der Raddrehzahl, wenn die Bremsbeläge in den Bremszangen Spiel haben. Zur Abhilfe gibt es "Anti Rattle Pads". Quietschen ist bei Rennsportbelägen meist unvermeidbar, vor allem solange sie kalt sind.
  • Getriebe - hochfrequentes Singen. Durch die fehlende Geräuschdämmung sind normale Getriebegeräusche hörbar.
  • Klackern der Hydrostößel - Nach dem Start des Motors, vor allem nach längerer Standzeit, sind die Hydrostößel nicht ausreichend mit Öl gefüllt. Der Motor klackert dann wie eine Nähmaschine. Das Geräusch sollte nach ein paar Minuten verschwinden. Bleibt das Klackern dauerhaft, wurde entweder das falsche Öl verwendet oder die Hydrostößel sind verschmutzt oder verschlissen.
  • Klappern der Türen - Wenn die Türscharniere verschleißen, klappern die Türschließbolzen im Türschloss. Man kann entweder neue dicke "Anti Rattle Dorr Bolts" und/oder neue Scharnierbuchsen verbauen. Einige frühe S2 hatten dünnere Türschließbolzen, sodass die Türen sogar mit intakten Scharnieren klapperten.
  • Der Tankdeckel muss beim Aufschließen zischen. Andernfalls ist das Tanksystem undicht.
  • Die Beschläge für das Verdeck können klappern, wenn man oben ohne fährt
  • Das Zugseil der Handbremse kann am Unterboden Geräusche machen
  • Die Heckscheibe kann klappern, vor allem wenn sich die Verklebung im Rahmen löst

Heizung

Es fließt permanent heißes Kühlwasser durch den Heizungswärmetauscher und die Temperatur wird über eine Klappe geregelt, die zwischen kalter Frischluft und aufgeheizter Luft wählt. Leider erhitzt sich aber das Gehäuse, in dem der Heizungswärmetauscher untergebracht ist, so stark, dass auch die kalte Luft erwärmt wird.
Nach Einbau eines PRT kann man die Luft-Regelklappe stilllegen und die Temperatur über eine Absperrventil für das Heißwasser regeln. Ohne PRT kann man spezielle Ventile mit Bypass-Funktion einbauen. Achtung: Bei Verwendung eines Absperrventils ohne PRT oder ohne Bypass-Funktion funktioniert das Kühlsystem nicht mehr und man riskiert ziemlich sicher einen Motorschaden.

Inneraumfilter

Das Heiz-/Kühlgebläse der Elise hat keinen Innenraumluftfilter. Die Luft wird direkt hinter dem Kühlergrill in der vorderen Kühleröffnung angesaugt. Dreck und Staub vom Vordermann werden einem ungefiltert ins Gesicht geblasen. Eine günstige Abhilfe um wenigstens die gröbsten Partikel aus der Heiz-/Kühlluft zu filtern, ist den Aluschlauch unter der Serviceklappe zwischen Heizgebläse und der Luftverteilerkammer unter der Windschutzscheibe abzuziehen und über den Flansch der Luftverteilerkammer ein Stück Nylonstrumpf zu ziehen. Den Nylonstrumpf muss man mit einem Kabelbinder o. ä. sichern, dass er nicht in die Luftverteilerkammer gezogen wird. Das Stück Nylonstrumpf sollte regelmäßig gereinigt oder ersetzt werden.

Verdeck

Die Soft-Tops der S2 sind vergleichsweise dicht, es kann bei frühen Fahrzeugen aber zum Eindringen von Druckwasser in den Ecken zwischen Seitenscheibe, Frontscheibenrahmen und Dach kommen. Um dies zu verhindern, wurde die Scheibenrahmendichtung überarbeitet, deren obere Ecken nun trichterförmig ausgearbeitet sind um Tropfwasser durch das Hohlprofil der Dichtung nach unten abzuleiten. Die modifizierte Dichtung kann bei älteren Fahrzeugen nachgerüstet werden.

Beschlagene Scheiben

Im Stand bei Regen beschlagen die Scheiben.

Benzinpumpe

Mit zunehmenden Alter kann es passieren, dass die Benzinpumpe defekt wird oder zu viel Strom zieht, wodurch Stecker verschmoren oder die Sicherung auslöst. Der häufigste Grund für Probleme mit der Benzinpumpe ist ursprünglich Rost im Tank oder Tankeinfüllstutzen. Der Rost blättert ab und setzt allmählich die Filter der Benzinpumpe zu, wodurch diese überlastet wird.

Alarmanlage

Die Alarmanlage zieht so viel Strom, dass die Batterie nach rund vier Wochen Standzeit leer ist. Bei längerer Standzeit muss die Batterie abgeklemmt werden oder ein Erhaltungsladegerät angeschlossen werden.

hintere Spurstangen

Im Rahmen der Motorsportaktivitäten der Elise/Exige hat Lotus neue Spurstangen mit stabileren Uniball-Gelenken entwickelt, die nachgerüstet werden können.

Schaltung

Das Getriebe selbst macht nur selten Probleme, aber die langen Schaltseile und Gummibuchsen zwischen Umlenkung und Schaltseilen machen die Schaltung schwammig. Die Schaltseile können mit dem Alter rosten und schwergängig werden, ihre Länge verändern oder reißen. Ersatzschaltseile von Lotus sind sehr teuer, aber es gibt relativ günstigen hochwertigen Ersatz von Drittanbietern (Elise Parts, Elise Shop). Die Gummibuchsen können gegen Nylatronbuchsen ersetzt werden. Bei unpräziser Schaltung oder wenn Gänge während der Fahrt rausspringen, sollte die Einstellung der Halterung am Getriebe, die Länge der Verbindung in der Umlenkung und der Anschlag des Schaltknüppel geprüft und eingestellt werden.
Gelegentlich kommt es vor, dass die Clips, die die Schaltseile an der Halterung fixieren verloren gehen, wodurch die Schaltung nicht mehr funktioniert. Vorbeugend kann man diese Clips mit Draht oder Kabelbindern sichern.
Wenn sich Gänge bei schnellen Schaltvorgängen nicht mehr einlegen lassen, aber beim langsamen Schalten noch funktionieren, sind die Synchroringe verschlissen. Die Lebensdauer der Synchroringe hängt primär von der eigenen und evtl. der Fahrweise von Vorbesitzern ab.

Türaufsteller

Die original Türaufsteller sind Federstahlzungen, die an einer Anformung am Türscharnier angreifen. Diese Alu-Anformung wird mit der Zeit abgeschliffen, wodurch die Tür nicht mehr in der Stellung geöffnet gehalten wird. Es gibt von Zeit zu Zeit im Forum sogenannte "Community Aktionen", wo ein alternativer Türaufsteller mit verschleißfreien Kugellagern angeboten wird.

Drosselklappe

Die original Drosselklappe aus Kunststoff bis Baujahr 2001 kann bei hohen Drehzahlen, besonders bei hohen Außentemperaturen, hängen bleiben. Man kann sie gegen eine Version aus Alu von anderen Rover-Motoren tauschen. Ab 2001 war die Alu-Drosselklappe ab Werk verbaut.

Seitenfenster

Wenn Nylonklötzchen an den Seitenscheiben verschleißen, können die Scheiben zu klappern beginnen.

Außenspiegel

Wenn die Außenspiegel sich während der Fahrt von selbst verstellen, muss man die Gelenkfläche aufrauen. Die Tipps dazu reichen von Schleifpapier und Stahlwolle über etwas Sand einstreuen bis hinzu etwas Sekundenkleber auftragen (Spiegel anklappen und erst wieder zurückbiegen, wenn der Kleber vollständig getrocknet ist).

Verschraubung der Serviceklappe

Die Serviceklappe ist verschraubt. Wenn man z. B. das Waschwasser auffüllt, muss man vorsichtig sein, dass mit mit den Schrauben die Karosserie nicht verkratzt wird.

Hupe

Die original Hupe ist leise und nicht sehr markant. Es empfiehlt sich eine gängige Standard Zweiton-Fanfare nachzurüsten.

Innenraum

Die Alcantara-Verkleidung des Armaturenbretts wurde bei einigen Autos wellig. Die Verklebung wurde ab Mai 2001 geändert und das Problem damit behoben.

Zentralverriegelung

Bei der S2 mit Rover Motor ist die Zentralverriegelung ab 2003 nur als optionale Sonderausstattung verbaut (außer 111S, da ist sie Serie). Das Modul für die Zentralverriegelung (CDL = Central Door Locking) geht relativ häufig kaputt. Ursache sind meist die Relais im Inneren des CDL-Moduls, die kaputt gehen. Für eine Reparatur muss das CDL-Modul getauscht oder repariert werden.

Antriebswellen-Manschette

Die innere Manschette der rechten Antriebswelle ist relativ nahe am Hosenrohr der Abgasanlage. Dadurch wird sie im Betrieb warm und altert schneller. Sie kann dann (bevorzugt bei hohen Geschwindigkeiten) reißen, wodurch sich viel Fett im Motorraum verteilt. Einiges gerät garantiert auch auf das Hosenrohr wodurch es zu einer großen weißen Rauchfahne bis hin zu einem Feuer kommen kann. Abhilfe ist ein selbst gebasteltes Hitzeschutzblech zwischen Hosenrohr und Manschette.