Zuletzt geändert am 2. August 2016 um 10:55


EECS

In allen Fahrzeugen der Elise-Familie ist ein EECS (evaporative emissions control system oder charcoal canister) oder Benzindampfrückhaltesystem verbaut. Dies ist notwendig, damit die Grenzwerte für ungewollte Kraftstoffverdampfung der jeweiligen Abgasnorm eingehalten werden.
Wer bei einem in Deutschland regulär zugelassenen Fahrzeug das EECS ausbaut und das Fahrzeug weiter im Straßenverkehr bewegt, begeht die Straftat Steuerhinterziehung.

Elise S1/Exige S1/340R

Das EECS ist über eine Leitung und das Überrollschutzventil (Roll Over Valve) mit dem Tankeinfüllstutzen und über eine zweite Leitung mit der Drossleklappe verbunden.

Im EECS ist ein Magnetventil eingebaut, das vom Motorsteuergerät geschalten wird. Wenn die Zündung aus ist, ist dieses Spülventil geschlossen. Durch Temperaturschwankungen ändert das Benzin im Tank sein Volumen, entsprechend entsteht Über- oder Unterdruck im Tank. Das EECS ist mit Holzkohle/Aktivkohle gefüllt und der Tank wird durch die Holzkohle be- oder entlüftet. Wenn Luft, die Benzindämpfe enthält, aus dem Tank gedrückt wird, absorbiert die Holzkohle die Dämpfe, bevor die Luft in die Umgebung gelangt.

Wenn der Motor läuft, werden die Benzindämpfe wieder aus dem Holzkohlefilter "gespült", indem das Motorsteuergerät das Ventil schaltet und die Dämpfe über die Drosselklappe in den Motor gesaugt und verbrannt werden. Das Motorsteuergerät öffnet das Spülluftventil nur bei betriebswarmem Motor und im Schubbetrieb (Drosselklappe geschlossen und Drehzahl > ca. 1500 U/min). Bei der Regeneration des Holzkohlefilters in dieser Phase würde ansonsten durch das fettere Gemisch der Katalysator erst später auf Betriebstemperatur kommen oder die Dämpfe würden bei niedrigen Drehzahlen zu Leerlaufstörungen führen.

Durch den Spülvorgang entsteht leichter Unterdruck im Tank, sodass es beim Öffnen des Tankdeckels zu einem Zischgeräusch kommen kann.

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